Wann hast du das letzte Mal etwas richtig Bitteres gegessen? Du kannst dich nicht erinnern? Das ist schade!
Bitterstoffe sind heutzutage fast vollständig aus unserer Ernährung verschwunden. Diese gesunden Stoffe sind bereits beim Anbau herausgezüchtet und spätestens bei der Verarbeitung wird der verbliebene Rest durch süße Zusätze übertüncht. Süß ist schmeichelnder für unseren Gaumen. Aber ist das auch gesund? Wer trinkt schon noch gerne bittere Kräutertees oder isst bittere Salate? Dabei ist bitter so gesund, denn Bitterstoffe bergen ein enorm gesundheitliches Potential. In unseren Kulturkreisen ist dieses Wissen leider in Vergessenheit geraten. In der Medizin anderer Kulturen, wie zum Beispiel TCM oder Ayurveda, sind Bitterstoffe seit Jahrtausenden für ein gesundes Leben von großer Bedeutung.

Doch was bewirken Bitterstoffe in unserem Körper?
Bitterstoffe regen in erster Linie unsere Verdauung an und machen Speisen verträglicher. Sie stärken Leber, Darm und unser Immunsystem, wirken entzündungshemmend, antibakteriell, appetitzügelnd und als natürliches Antidepressivum. Außerdem wird der Cholesterinspiegel gesenkt.

Bitterstoffe für unsere Verdauung und Leber:

Bitterstoffe beleben das gesamte Verdauungssystem. Bereits in der Mundhöhle regt „bitter“ die Produktion von Speichel und Verdauungssäften an. Nahrung wird dadurch besser verstoffwechselt und Nährstoffe besser aufgenommen. Die Darmbewegung wird angekurbelt und Nahrungsreste werden schneller ausgeschieden. Unser wichtigstes Entgiftungsorgan Leber wird angeregt, Giftstoffe aus der Nahrung abzubauen. Sie wird dadurch gereinigt. Fette werden im Darm durch vermehrte Produktion von Gallensaft aufgespalten und ausgeschieden. Durch die Reinigung von Leber und Darm wird das Immunsystem gestärkt.

Bitterstoffe als Appetitzügler:

Geschmacksrezeptoren für bitter sind im ganzen Körper verteilt. Selbst auf Darmzellen befinden sich Bitterrezeptoren. Bitterstoffe docken dort an und vermitteln so ein Sättigungssignal. Dadurch wird der Appetit gezügelt und der Heißhunger auf Süßes gebremst. Da unsere heutigen „modern“ gezüchteten Lebensmittel nicht genügend Bitterstoffe enthalten, müssen wir auf Kräuterbitterstoffe zurückgreifen. Am besten sollten diese vor Mahlzeiten und bei Heißhungerattacken eingenommen und die Einnahme langsam erhöht werden. Wir sind nicht mehr an bitter gewöhnt! Trotzdem lässt sich das Bitterempfinden trainieren und das, obwohl die Anzahl der Bitterrezeptoren genetisch festgelegt ist. Der gesundheitliche Nutzen wird damit erhöht. Menschen mit einem ausgeprägten „Bitterempfinden“ sind übrigens um circa 20 Prozent dünner als andere.

Wir sollten also versuchen, „bitter“ wieder in unseren Alltag zu integrieren. Egal, ob in Form von Lebensmitteln oder einfacher mit Bitterkräutern. Eine gesundheitliche Wirkung ist bereits nach kurzer Zeit der Einnahme zu verspüren